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nous vivons caché,
essuyons toutes nos traces
avant les autres et avant nous-mêmes,
afin qu'aucun homme ne voit jamais
qui nous sommes en réalité

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. Akt






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Enttäuschung

Ich bin enttäuscht. Von meinen Geschwistern, von meiner "besten Freundin". Von diesen dreien nichts zu Weihnachten bekommen. Von der Freundin kam ein "Eigentlich wollte ich dir ein Bild malen, aber hab's dann nicht mehr geschafft." und die Geschwister sagten: "Wir dachten, wir gehen wieder zusammen ins Kino." Verarscht mich nicht, ihr wusstet beide, dass ich etwas gekauft habe. Leider schon etwas früher und nicht erst in der letzten Weihnachtswoche, als ihr beide beschlossen habt, dass ihr nichts mehr kauft.
Wie gut, dass ich für die drei Personen insgesamt 40€ ausgegeben habe. Dass ich mir früh überlegt habe, was ich ihnen schenken könnte. Nur, um ihnen eine Freude zu machen.


Ich mache mir nie mehr die Mühe, diesen Menschen einen Gefallen zu tun. Nie mehr.
Ich bin so enttäuscht.
24.12.06 19:26


Aphoristiker Dr. Muh

S: "Weihnachten - da kommt der Wahnsinn durch den Kamin gekrochen."
(Seine Antwort auf die bereits zweite Putzaktion [in 2 Tagen] meiner Mutter, obgleich wir keine Gäste bekommen, da wir bei der Tante feiern. Aber man kann sich ja nie genug Stress machen)
24.12.06 14:15


Arschlecken 3,50

"......dass man mittlerweile frei ist."



Bin ich frei?
Ja!


Ich habe die Schnauze voll von diesem Käfig, und es macht mich immer wieder traurig zu sehen, wie meine Schwester darin gefangen bleibt. Es werden Vorschriften gemacht: sie müsse etwas essen. Doof nur, dass sie eine Hals-Magen-Grippe hat und alles, was sie isst, wieder erbricht. Die Mutter redete beim Mittagessen so lange auf sie ein, bis sie anfing zu weinen, weil sie ihr "ich will aber nicht!" krampfhaft überhörte. Ich griff ein und verteidigte meine Kleine, dass sie gewiss spüre, was ihrem Bauch gut tut. Daraufhin gingen Oma und Mutter auf mich los, ob ich denn wolle, dass sie noch im Krankenhaus landet, weil sie seit bereits 2 Wochen kaum etwas isst. Sie müsse etwas essen. Meine Schwester weinte weiter, sie habe doch heute schon 2 Toastbrote gegessen, sie könne nicht mehr essen, ihr sei schon so schlecht genug. Am liebsten hätte ich sie an der Hand genommen und wäre mit ihr nach W. gefahren, weg von der Familie, wo sie sich in aller Ruhe auskurrieren kann - und zwar so, wie es ihr gut tut.

Es macht mich wütend, dass sie so einvernehmend sind. Keine Freiheit, keine Chance auf eigene Bedürnisse. Sie werden in dieser Familie einfach aberkannt. Ich warte momentan nur noch auf den Augenblick, an dem sie sich über meine Kleidung beschweren. An Weihnachten könne ich doch keine Springerstiefel anziehen, das werden sie mir wohl sagen, höre schon jetzt ihre empörten Stimmen. "Was denken denn die Leute, wenn du ganz in Schwarz und mit Springerstiefeln in die Kirche gehst!?" - "Es ist mir egal!" - "Wie kannst du uns das nur antun? Du bist so egoistisch, T.!"
Ja, in etwa so wird das Gespräch ablaufen. Und dann werde ich ihnen sagen, dass wohl sie egoistisch sind, wenn sie von mir verlangen, dass ich mein Leben - das einzige, das ich habe - nach ihren Vorstellungen lebe. Wohlgemerkt: mein Leben.

Ich werde schon am zweiten Feiertag abends wieder fahren. Ich habe keine Lust auf diese Menschen, die mich als ihren Besitz begreifen, der nach ihren Vorstellungen zu leben und kein Recht auf ein eigenes Leben hat. Dazu sag ich nur noch eines:

Arschlecken 3,50!
24.12.06 13:53


Deja-vue - das letzte Jahr

Eine turbulente Zeit, und da sich gerade die Stimmung anbietet, beginnen wir ein wenig zu resumieren...


Der Anfang des Jahres gab sich der Prüfungsangst hin. Über die ersten Monate schlimmer geworden, der Höhepunkt war dann wohl der März. Neben der verdammten Lernerei für's Abi kamen Abstürze, Depressionen, Stimmungsschwankungen. Es ging mir beschissen. Aber Gott glaubte wohl, ich hätte nicht genug mit dem Abi zu tun. Vermutlich ahnt er nicht einmal, wie verdammt schwer es ist, sich halbwegs stabil zu halten, wenn man jede zweite Nacht in Albträumen um sein Leben rennt. Egal. Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch.
Lernen - verzweifeln - weinen - zusammenreißen - lernen - lernen - zusammenbrechen - aufstehen - lernen - weinen - lernen - lernen - lernen --- zusammenbrechen.
Ich war während der Abi-Zeit drauf und dran aufzugeben, meiner Thera zu sagen, dass sie mich einweisen soll. Es war nicht mehr schön, ich musste alle Kräfte und Reserven zusammenkratzen. Zig mal aufgerafft, zig mal die Zähne zusammengebissen und weiter gemacht. Heute weiß ich nicht mehr, wie ich das geschafft habe, aber irgendwie haben wir es geschafft.

Nach dem Abi eine kleine Phase mit Panikattacken, die ich gewiss nicht misse. Ich dachte, ich verliere meinen Verstand. Hörte Stimmen, sah im Augenwinkel Menschen, die dort nicht standen. So muss es sein, wenn der Wahnsinn an die Türe klopft. Diese Phase machte wieder deutlich, wie sehr der dritte Klinikaufenthalt gebraucht wurde. Also nahm man ihn als Ziel: nur noch bis Juli durchhalten, dann bist du dort - und dann wird alles wieder gut.
So kamen und gingen auch die mündlichen Prüfungen. Mit Ach und Krach und um Haaresbreite habe ich das Abi mit 1,9 geschafft. Wie? Keine Ahnung. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut werden würde, immerhin hatte ich in der 12ten Klassen wegen 2 Klinikaufenthalten insgesamt 15 Wochen verpasst. Und irgendwie habe ich es doch geschafft.
Und um welchen Preis?
Ich war kalt geworden. Die Schwäche musste während der lernintensiven Zeit weggeschoben werden, man verdrängte sie, man sprach nicht über sie, um nicht an sie denken zu müssen, man dachte nicht an sie, um nicht über sie sprechen zu müssen. So wurde man kalt, härter, zynischer. Ich wollte keine Hilfe mehr annehmen, wollte den Klinikaufenthalt absagen und tat es auch einmal. Ich schrieb meinem Thera in der Klinik, dass ich nicht kommen würde, dass ich absage. Er aber ließ nicht locker, sagte, so einfach würde er meine Absage nicht hinnehmen, im Gegenteil. Das wolle er schon von mir am Telefon hören, wobei ich mir bei dem folgenden Telefonat eher eine Standpauke anhören durfte. Man gab klein bei. Okay, dann doch ein Klinikaufenthalt.

Und dann kam S. Einfach so purzelte er in mein Leben. "Plopp", machte es, und er war einfach da. Und eh ich mich versah, hatte er mich verzaubert. Er war damals die Vergewisserung, dass das Kämpfen sich gelohnt hatte. Das Abitur ging mit dem Abiball vorbei und so wie es ging, kamen S. und ich uns näher - bis es schließlich in dem Unvermeindlichen endete: hoffnungslose Verliebtheit.
Da ich jedoch in meinem Leben das schlechte Timing gepachtet habe, stand August - nach 2 ersten, glücklichen, gemeinsamen Wochen mit S. - dann Klinikaufenthalt No3 an. Aus diversen Gründen endete er aber - Gott sei dank - schon nach 6 Wochen. Es war einfach nicht der richtige Augenblick, im Gegenteil. Alles in mir sperrte sich gegen die Therapie, es war ein heilloses Desaster. Die Oberärztin teilte mir mit, sie erkenne mich nicht wieder, ich hätte ein kaltes Porzellangesicht, das sie bisher noch nie bei mir gesehen hätte. Herr J. fragte am Ende, ob ich mich umbringen würde. Ich lachte laut auf, als Revanche für sein zynisches Lachen, das seine Antwort auf meine Aussage, dass es mir wirklich gut gehe und die Entlassung richtig sei, war.
Nein, es ging mir nicht gut. Aber ich hatte mir geschworen, es weder mir, noch einem anderen Menschen einzugestehen. Ich würde nie wieder schwach werden, nie wieder.

Und so verließ ich die Klinik wieder, S. zum Glück immernoch an meiner Seite. Mittlerweile war es Mitte September. Es wurde Zeit, sich eine Wohnung in W. zu suchen, da man an der J.-M.-Universität aufgenommen wurde. Juchu, Freudentaumel, WG suchen. Hätte ich gewusst, wie viele Nerven mir die Verdammte Sucherei rauben würde, wäre ich gar nicht in die Klinik gegangen, sondern hätte Mitte August direkt mit Suchen angefangen. Aber gut, danach ist man immer schlauer als davor. Kurz vor knapp fand ich dann auch im Oktober eine WG, zog Anfang November um und lebte mich in meinem neuen Leben ein. Endlich ausgezogen, weit weg von der Familie. Aufatmen, durchatmen, fallen lassen. Ein unglaublicher Druck fiel ab, eigentlich war es der Zeitpunkt, an dem mein Leben sich endlich zum Guten wenden sollte. Ich war ausgezogen, ich hatte den wundervollsten Menschen an meiner Seite, den ich mir nur denken konnte - und am Anfang war auch alles gut. Die ersten Wochen liefen phantastisch. Mittlerweile geht es mir jedoch wieder
beschissen.

Morgen ist Weihnachten, man ist Daheim, um mit der lieben Familie zu feiern. Das Einzige, was ich in diesem Haus aber feiern kann, ist der offensichtliche Verlust wertvoller Nerven. Ich habe schon jetzt die Schnauze wieder voll und möchte nur noch zurück nach W.
Es geht mir nicht gut, im Gegenteil. Eine neue depressive Phase hat mich erwischt. Ich lasse mich hängen, lasse mich gehen, habe keine Lust mehr, an meiner Stabilität zu arbeiten. Ich habe keine Lust mehr, zu kämpfen. Irgendwann muss es doch auch mal gut sein - oder? Wie lange muss man auf diesen Augen blick warten, bis sich alle Fragen beantworten, bis sich das Puzzel zusammensetzt und man endlich Sicherheit und mit ihr einen gewissen Frieden hat?
War das ganze Kämpfen doch umsonst? Wird es nie besser werden, egal wo ich bin und egal, was ich tue? Werden sich immer Hochs und Tiefs abwechseln, mein ganzes Leben lang? Wird das Puzzel immer so unvollständig sein? Und wenn ja - was fange ich dann mit diesem Leben an? Dieses Leben, das kaum eine Vergangenheit hat, da ein großer Teil in schwarzer Vergessenheit ruht. Oder stehe ich mir gar selbst im Weg, habe ich etwas Wichtiges übersehen, habe ich etwas vergessen? Wo liegt der vermeindliche Fehler vergraben? Die Suche nach der Vergangenheit aufgeben und einfach leben? Aber was macht man dann mit dieser Leere in der Brust, mit diesen Zweifeln, mit all den Unsicherheiten? Ich weiß nicht mehr, wohin ich mich wenden soll. Es kommt mir vor, als hätte ich alles ausprobiert, und nichts hat geholfen.

In solchen Momenten beginne ich mich dann wieder zu fragen, ob sich das Kämpfen wirklich gelohnt hat.
23.12.06 20:27


Goldmarie ward Pechmarie...

...und Pechmarie ist tot.




Heute ist offensichtlich mein Glückstag. Die Geburtstagsfeier von S. raubte die letzten Reserven. Immer wieder den Drang unterdrückt, einfach aufzusehen und zu gehen. Und als man endlich gehen konnte, gerät man in der S-Bahn an eine Schlägerei. Mehrere Männer, die aufeinander einprügeln. Aufspringen, flüchten, nur raus aus der Bahn. Zum Glück war es die richtige Haltestelle, doch zu meinem Unglück verließen auch ein paar Männer in ihrer Rangelei die Bahn. Panik. Loslaufen, schneller werden, nur nicht umdrehen. "Verdammt, sie verfolgen dich, sie rennen dir hinterher. Schneller!" Ich fühlte mich in einen jener Albträume hineinversetzt, die nachts immer wiederkehren. Kalte Angst, die am Rücken hinabrinnt und alles gefrieren lässt. Trotzdem noch schneller weiterlaufen, das Pfefferspray fest umklammert, sich umsehen, um mit Erleichterung festzustellen, dass die Männer bei der Bahn geblieben sind. Man hört noch ein "Ruft die Bullen!", dann ist man schon um die Ecke und außer Sichtweise. Die Panik aber verflog erst nach dem Schließen der Haustüre hinter mir. Einmal tief durchatmen - und zur Ruhe kommen.

So ganz ist die Angst aber noch nicht verschwunden. In meinem Kopf tummeln sich Satzfetzen, die ich kläglich zu verscheuchen suche. Ich fühle mich ganz genau so wie in einem meiner Albträume. Am liebsten mag ich mich nur noch verstecken und hoffen und beten, dass mich niemand findet. Aber wer soll mich hier schon finden?
Wach endlich auf, Porzellangesicht.
23.12.06 02:06


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